27. Treffen GBS & CIDP Initiative Schweiz im Rehab Basel

Am 11.3.2017 durften wir unser Frühlingstreffen in den gastfreundlichen Räumlichkeiten der Rehab Basel abhalten. Das Rehab Basel ist ein Zentrum für die hochspezialisierte Behandlung und Rehabilitation von querschnittgelähmten und hirnverletzten Menschen nach Unfall oder Erkrankung. Dazu werden die Patientinnen und Patienten direkt nach der Erstversorgung im Zentrumsspital auf die Überwachungsstation übernommen. Speziell werden auch Patientinnen und Patienten mit Doppeltrauma, Wirbelsäulen- und Schädelhirnverletzungen sowie verwandten Krankheitsbildern behandelt. Zudem betreibt das REHAB Basel die einzige Wachkoma-Station der Schweiz.

Bei bestem Frühlingswetter begann unser Treffen wie gewohnt um 13.00 Uhr mit der bei Betroffenen und Angehörigen beliebten Akutrunde, bei der jeder die Gelegenheit hat, Fragen an einen anwesenden Neurologen zu stellen. Wir freuten uns sehr, dass uns Fr. Dr. Kathi Schweikert, Oberärztin des Rehab, ihre kostbare Zeit und ihr fundiertes Wissen zur Verfügung stellte. Wie gewohnt entwickelte sich im Laufe dieser Stunde eine angeregte Diskussion mit fortlaufenden Fragen. So haben neubetroffene GBS oder CIDP Patienten und deren Angehörige die Gelegenheit, auf die sich während der Krankheit laufend entstehenden Fragen Antworten zu erhalten. Von Fr. Dr. Schweikert konnten diese Fragen kompetent beantwortet werden. Der wertvolle Erfahrungsaustausch bestätigt den Neubetroffen, dass die meistens für Außenstehende nur bedingt erkennbaren Merkmale dieser heimtückischen Erkrankungen sie nicht entmutigen soll. Gerne erwähne ich bei dieser Gelegenheit unsere Broschüre „Allgemeine Beschreibung GBS, CIDP + Varianten“. Dieses Hilfsmittel gibt den Betroffenen und deren Angehörigen Einblick in die komplizierten Zusammenhänge dieser seltenen Erkrankungen. Gerade beim Patienten mit Wiedereinstieg in das Erwerbsleben ist diese Broschüre für den Arbeitgeber und das Arbeitsumfeld eine Hilfe, bestehende Restdefizite eines GBS oder CIDP- Betroffen einigermaßen zu verstehen. Nutzen wir also unsere Hilfsmittel, um unser Umfeld aufzuklären. Dies kann oftmals mehr bewegen als eigene Erklärungsversuche.

 

 

 

 

Fr. Dr. Kathi Schweikert, welche unsere Initiative schon seit Jahren unterstützt,
im Gespräch mit Betroffenen und Angehörigen

Im Anschluss begrüsste unser Präsident Daniel Zihlmann die 41 Anwesenden zur alljährlichen Generalversammlung. Ein besonderer Gruss ging dabei an Gabi Faust. Sie ist die Vorsitzende der GBS & CIDP Initiative in Deutschland und wollte die Gelegenheit nutzen, um mit ihrem Besuch uns und unsere Arbeit besser kennenzulernen und zu schauen, ob wir künftig an dem einen oder anderen Projekt gemeinsam arbeiten können.                                                                                                                                    Daraufhin eröffnete uns Daniel Zihlmann, dass er nach 18 Jahren sein Amt aus persönlichen Gründen im Jahr 2018 niederlegen wird. (Er war im Jahre 2001 Mitbegründer der GBS & CIDP Initiative Schweiz.) Dies ist für die Initiative natürlich sehr schade, doch unterstützen wir diese Entscheidung und wünschen ihm für die Zukunft beste Gesundheit und alles Gute. Doch nicht nur er wird uns verlassen, auch unsere „Finanzfrau“ Heidy Sangiorgio und die Mitorganisatorin der Treffen, Nicole Keller, haben sich zu diesem Schritt entschieden. Wir werden die Beiden vermissen und sind zuversichtlich, aus unseren Reihen tollen Ersatz zu finden.

 

 

 

 


Daniel Zihlmann führt durch die Generalversammlung

 

 

 

 

 

 

 

Die ausgelegten Informationsbroschüren sind sehr beliebt.

 

 

 

 

In einer ausgiebigen Pause konnten wir uns mit feinem Kuchen stärken und interessante Gespräche im kleinen Kreis führen.

Im Anschluss erwartete uns ein Referat von Olaf Häusler. Er ist als Physiotherapeut und Osteopath in Basel tätig und arbeitet schon geraume Zeit mit dem  Rehab Hand in Hand.  Anfangs erläuterte er seinen Weg zur Osteopathie. Daraufhin erfuhren wir interessantes über die Entstehung dieser Heilmethode durch Andrew Taylor Still, USA im Jahre 1874. Dieser hatte medizinische Vorkenntnisse durch seinen Vater, welcher als methodistischer Pfarrer und Arzt tätig war. Nachdem Andrew Still 1864 aus dem Bürgerkrieg zurückkehrte, verlor er 3 seiner Kinder an Meningitis und Lungenentzündung. Dies verbitterte ihn so sehr, dass er sich von der etablierten Medizin zurückzog und im Verbund mit anderen Ärzten nach Alternativen suchte. Er forschte nach folgender Philosophie: Anders als in der orthodoxen Medizin üblich möchte er nicht den Erreger bekämpfen, sondern jedes Teil im inneren Milieu stärken, welches wir heute als Abwehrsystem kennen. Daraus eignete er sich ein Wissen in vielen Fachgebieten an, welche auch heute noch jeder Osteopath studiert: Anatomie, Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin, Gynäkologie, Behandlung von Säuglingen und Kindern, Palliativmedizin.                                                    Anwendung findet die Osteopathie bei orthopädischen Problematiken, nach Operationen, bei Migräne, nach Schwangerschaft und Kaiserschnitt, bei Babys und Kleinkindern, und für die Anwesenden wohl wichtigste Anwendungsweise: symptomatisch bei allen neurologischen Erkrankungen und zur Schmerzbehandlung.
Im Anschluss gab es noch die Möglichkeit, an Herrn Häusler Fragen zu stellen, die er gern und fachkundig beantwortete.

 

 

 

 

 

 

Der Referent Olaf Häusler bei seinen interessanten Ausführungen zum Thema Osteopathie

Ein weiteres Treffen neigte sich dem Ende zu und im kleinen Rahmen wurde noch eine Weile weiterdiskutiert.

Danke an alle, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Sollte jemand interessiert sein, uns tatkräftig im Vorstand zu unterstützen, so würden wir uns über eine kurze Nachricht sehr freuen!

Bis zum nächsten Treffen am 28. Oktober 2014 in Zürich mit dem interessanten Thema
„Ängste – Angstbewältigung“

Mit herzlichen Grüssen aus der Schweiz

Basel, 11. März 2015             Nicole Fink

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