Gesprächskreis Harzklinikum Wernigerode

Neues aus Sachsen-Anhalt

Wir trafen uns am 13. Mai 2017 bereits zum 2. Mal im Klinikum Wernigerode, wo uns die Verwaltungsleiterin, Frau Eilers, freundlich begrüßte.
In dieser Einrichtung befinden sich 46 Betten und es werden 2000 Patienten pro Jahr behandelt. Hiervon wird die größte Gruppe von den diagnostizierten Schlaganfällen gebildet. Aber auch GBS/CIDP Patienten kommen regelmäßig. Es sind 5- 6 Fälle an GBS- Erkrankungen jährlich neu im Klinikum zu verzeichnen, bei der CIDP sind es 2-3 Erkrankungsfälle pro Jahr.
Das Referat wurde durch Herrn Dr. Scholz, Oberarzt für Neurologie und seit 2014 im Klinikum tätig, gehalten.

 

 

 

 


Abb. Oberarzt Dr. Schulz

Er führte aus, dass  beide Krankheiten schwer zu diagnostizieren sind. Dabei findet eine Ausschlußdiagnose statt. In diesem Zusammenhang ist u.a. eine Nerverwasserpunktion durchzuführen, wo erhöhte Eiweißwerte aufschlussreich sind. Außerdem wird die Leitfähigkeit der Nerven elektrisch gemessen. Ist diese verzögert, gibt es einen Hinweis auf die Krankheiten.
Es  gibt eine große Bandbreite des Krankheitsverlaufes, wobei bei der GBS auch Spontanheilungen vorkommen können und je nach Verschiedenartigkeit werden unterschiedliche Therapien angewendet (z.B. Globline, Plasmapherese, Kortison).

Im Anschluss an die Ausführungen wurden durch die Teilnehmer Fragen zu folgenden Schwerpunkten gestellt:
– Entwicklung der Anzahl der Neuerkrankungen (weltweit)
– Auslösung der Krankheit
– Verabreichung von Immunglobolinen
– Behandlung mit Cannabis

 

 

 

 


Abb. Aufmerksame Zuhörer

Herr Dr. Scholz führte dazu aus, dass es weltweit keinen Anstieg der Erkankungen gibt. So sind seit Jahren 1-2 Fälle pro 100.000 Einwohner bekannt.  Die Ursachen der Krankheitsschübe und das Auslösen der Krankheit sind nach wie vor nicht erforscht. Demzufolge können auch keine Verhaltensregelungen aufgestellt werden. Ebenso  ist die Bedeutung von Stress noch nicht bestimmt.
Immungloboline werden neben einer Anwendung bei GBS/CIDP auch bei allgemeinen Immunschwächen und Leukämie verabreicht.
Zur besseren Behandlung sollen Kompetenzzentren CIDP/GBS (z.B. Essen) aufgebaut werden, wo ein spezielles Ultraschallgerät zur Diagnose eingesetzt wird.
Die Behandlung mit Cannabis ist durch die Krankenkassen nicht zugelassen. Die oft vielen Medikamente, die ein Patient nehmen muss, können nicht reduziert werden und leider sind die Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Zittern hinzunehmen. Auf jeden Fall ist mit dem behandelnden Arzt zu sprechen, welche Medikamente optimal sind. Bei Schmerzen kann auch ein Besuch beim Heilpraktiker nützlich sein.

Insgesamt erntete Herr Dr. Scholz großen Beifall für seinen Vortrag.  Im Anschluß daran übergibt Frau Schlegel jeder Teilnehmerin eine Rose, weil am Sonntag Muttertag gefeiert wird.

Frau Schiffner gibt die nächsten Veranstaltungstermine bekannt. Am 22.6. 2017 findet der Tag der Apotheken auf dem Marktplatz in Halle statt. Hier ist der Landesverband Sachsen-Anhalt vertreten. Außerdem ist der nächste Gesprächskreis im Waldkrankenhaus in Dölau zum Thema Schlaganfall.

Es war ein Gesprächskreis, der allen in dem freundlichen Raum des Krankenhauses sehr gut gefallen hat.

Im Anschluss daran bestand die Möglichkeit, dort ein Mittagessen einzunehmen und es ließen sich alle schmecken.

Herzliche Grüße aus Sachsen-Anhalt

Elke Holtz

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