Veranstaltung in Emden / Autoimmun – Der neuropathische Schmerz

Am 11.12.2019 war der Landesverband Niedersachsen der Deutschen GBS CIDP Initiative in Emden zu Gast. Herr Prof. Dr. med. Thomas Büttner, Facharzt für Neurologie, Physikalische Therapie, Neurologische Intensivmedizin, Geriatrie und neurologische Labordiagnostik öffnete für uns die Türen des Gesundheitsforums im Klinikum Emden, Hans-Susemihl-Krankenhaus. Die Klinik ist eine kommunale Akutklinik sowie Akademisches Lehrkrankenhaus in Emden. Pro Jahr werden etwa 15.000 Personen stationär und rund 25.000 Personen ambulant behandelt. Das Klinikum beschäftigt ungefähr 800 Mitarbeiter.

Der Raum füllte sich rasch und Herr Prof. Dr. med. Büttner konnte mit seinem Vortrag beginnen. Seine Ausführungen umfassten das gesamte Spektrum der Polyneuropathien, denn unter den Teilnehmern fanden sich auch einige Betroffene mit einer ungeklärten Ursache. Herr Prof. Dr. med. Büttner sprach unter anderem die verschiedenen Möglichkeiten der Diagnostik an und wies darauf hin, dass man mit einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Bewegung, der Vermeidung von Übergewicht und Rauchen schon selber viel Gutes für seinen Körper tun kann.

Ähnlich sah das auch der Physiotherapeut, der den Nachmittag im Gesundheitsforum mit seinem interessanten Vortrag ebenfalls wesentlich bereicherte. Seine Devise lautete: Bevor man zu einem Hilfsmittel greift, sollte man darüber nachdenken, ob man wirklich alle Möglichkeiten versucht hat, um das Problem mit einer Physio- oder Ergotherapie und einer gesunden Ernährung zu verbessern.

Denn wenn man beispielsweise bei einer Schwächung des Fußhebers zu einer Orthese greift, schwächt man auf Dauer natürlich seine Muskulatur. Zusätzlich können die Muskeln und Nerven im Fuß jedoch durch spezielle Übungen gestärkt werden. Je nach Krankheitsbild kann die Physiotherapie zudem durch eine physikalische Therapie (Wärme- / Kältetherapie) ergänzt werden.

Bei einer Fußheberschwäche ist Gehen für die Betroffenen kein automatischer Vorgang mehr. Die Folge sind eine deutliche Bewegungseinschränkung und damit ein Verlust der Lebensqualität.

Das kann helfen:

  • Textile Fußheberorthese
  • Fußheber-Bandage
  • Dynamische Fußheber-Orthesen (Peroneusorthese) aus Carbon

Häufig ist es sinnvoll zusätzlich zu den Orthesen mit Einlagen zu arbeiten, um den Fuß bestmöglich zu unterstützen.

Funktionelle Elektrostimulation (FES)ist eine weitere Möglichkeit, das Problem in den Griff zu bekommen.

Bei der funktionellen Elektrostimulation (FES) kommen elektrische Impulse gegen die Fußheberschwäche zum Einsatz. So soll durch die wiederholte künstliche Nervenstimulation das zentrale Nervensystem darauf trainiert werden, die Muskeln wieder selbstständig anzusteuern.

Es gilt jedoch, wie bei jedem orthopädischen Hilfsmittel, dass das Hilfsmittel unbedingt individuell auf das Krankheitsbild abgestimmt sein sollte.

Den Abend rundete der Vortrag der anwesenden Ergotherapeutin ab, die ihre Arbeit mit den Betroffenen als „Hilfe zur Selbsthilfe“ bezeichnete und einige Übungen präsentierte.

Wir sagen Danke nach Emden!

Mechthild Modick und Sabine Nett

Bildquelle: https://www.klinikum-emden.de/

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